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11. Friedberger Burgfest 21.6.1986 14. Friedberger Burgfest
8.7.1989 BLACK OUT THEATERPRODUKTIONS", München - mit dem
post-erotischen Rockmusical: "Zwilling, nicht uncool, sucht
anemanzipierte Waage" Die für ihr bissiges Musikkabarett
bekannte Blackout-Truppe hat sich für diese Production ihres
Texters Sol de Sully noch um einige namhafte Rockmusiker
verstärkt. Das "post-erotische" Rockmusical beginnt als
vordergründig stinknormale Liebesgeschichte im
Beziehungsdschungel des Jahres 1986 mit einer Kontaktanzeige in
einem Szeneblatt... Als eine Art Singspiel mit musicalhaften
Elementen nehmen die Songs und die visuelle Darstellung den
größten Raum ein. Vom Musikstil bedient sich die Band
aller Quellen: Vom Punk, Rock, Reggae bis hin zu jazzigen Passagen.
Ca. 20 Songs, Tanzpassagen, Szenen und pantomimische Darstellungen
bilden den Rahmen. Quelle: Pressemitteilung, 11. Friedberger
Burgfest Witzig und unverbraucht zeigt sich das BLACKOUT
REVUEKABARETT aus München auch im zehnten Jahr seines
Bestehens in Höchstform. Mit der gewohnten Bissigkeit
präsentiert sich BLACKOUT mit dem aktuellen Programm: "DIE
UNSÄGLICHE SEICHTIGKEIT DES SCHEINS", ein
musikalisch-sketchgespicktes Zeitgeistmagazin. Die sechs Blackouts
be(zeit)geistern sich an all den
narzistisch-stromlinienförmigen Typen, die über Sein und
Design, Sinn(flut) und Unsinn(lichkeit) so unbeschreiblich
locker-cool-relaxed plaudern. Auch den Quert(zeit-)geist der
Esoterik-Infizierten nehmen sie mit auf ihre satirisch -
karilierende Zeitgeistreise. Stationen dieses Zeitgeistmagazins
umfassen sowohl den faschistoiden Disco-Einlaß-Zerberus als
auch den Computersittenstrolch, den Partybussi-Psychopaten und den
Video-debilen Digitalosohn und die benetton - süchtige
Yuppie-Tochter. Auf einem Perestroika-Sommerfest wird ein
Renommier-Russe präsentiert, blattgoldgewürzte
Wachtelbrüstchen serviert, während auf dem Jet-Set-Ball
die Bedienung vom Duft der großen reichen Welt träumt.
Die ballondicke US-Psychologin Nora Robwood und ihr zerstreuter
Kollege Willie Wieckfried stellen ihre Werke "Wenn Frauen zuviel
fressen" und "Wenn Männer alles leigen lassen" vor, ein Manger
begibt sich in die Psychotherryuppie und auf dem Traumschiff
"Esotera" werden die Aura-Anker gelichtet, wobei der Lotse Lao-tse
liest. High-tech-lover finden zueinander und cool-gestylte
Szene-Narzisse verpassen den Anschluß an die "Neue
Leidenschaftlichkeit". Doch auch die Midlife-Greise der
68er-Spätlese geraten ins Zeitgeist-Dilemma und fragen sich:
Trag ich die Ray Ban dazu oder lieber Birkenstock-Schuh?
...Prädikat: besonders wertvoll... Quelle: Pressemitteilung,
14. Friedberger Burgfest
Soldesully Sol de sully 1979 Gründung von BLACKOUT Revuekabarett
Programme: (als
Darsteller, Musiker, Autor, Regisseur) Wer nicht stören will,
muß fühlen(1979) ..Und bewahre uns vor der
Erlösung(1980) Im Thal der Wülste(1981) (Autor: Peter
Jacobi) Stille Nacht, bis es kracht!(1982) Die Sarkastro-Show(1983)
Machs nochmal, Noah !(1983) Im Land des Hechelns (1985) Blackouts
Rache(1986) Herzglück (1987) - (Rockmusical mit 10
Mitwirkenden, erste Arbeit mit Bruno Hetzendorfer) Die Gelderdinger
Pest (1988) Manns-Bilder (1988)- (erste Abnabelung von BLACKOUT)
Die unsägliche Seichtigkeit des Scheins(1989) 1989 Offizielle
Gründung des COLLAGE-THEATERS Der Geist ist billig und das
Fleisch ist schwach (1989) (ein Programm über Jura Soyfer)
Wackeln im Sturm (1990) (Letztes Programm von BLACKOUT, danach
Auflösung) Du verstehst mich nicht! (1991) (COLLAGE) Das faule
Ei des Columbus (1992) (COLLAGE) Angelika Beier Schauspielerin,
Kabarettistin, Chansonette hat in
diversen Kabarettgruppen mitgewirkt (Revuekabarett Blackout,
Münchner Aschentonnenquartett, Bauer-Beier-Zauner) Thomas
Bogenberger, Kabarett (z.B. mehrere Jahre Mitglied und Leibarzt des
„Revuekabarett Blackout“ – von der Kritik in den
80ern oft als die „deutschen Monty Pythons“
gerühmt) Neben dem politischen Tageskabarett, dessen Texte nur
in seltenen Fällen auch später noch Witz ausstrahlen,
gibt es seit eh und je die „Szenerie des Alltags", die
Comedie Humaine mit ihrem Personal schräger Vögel,
krummer Hunde, lahmer Enten und verstörter Menschen. Einer,
der sie seit bald dreißig Jahren aufgabelt, persifliert,
besingt und verlacht, ist Walter Zauner. Zunächst viele Jahre
im (meist siebenköpfigen) Revuekabarett „Blackout",
dessen Hauptautor Zauner war, mit bösem, sarkastischem Grimm,
ohne Scheu vor derbem Witz: „Wir erleben hier die Befreiung
des Kabaretts aus der Klammer nationalen Wortgefechts - hin zum
übernationalen Slapstick-Volkstheater", schrieb die
Kritik: Ein Maulvoll Dario Fo (der ja immerhin den Nobelpreis
dafür erhielt). „Blackout" verschlankte sich zum
vierköpfigen „Aschentonnen-Quartett", Semmelsterben
im Tal der Mythen BR Deutschland 1988, Kurz-Spielfilm Credits .
Regie Jörn Hintzer; C. Moser . . Kamera Michael Radke . .
Musik Oliver Ringleb . . . . Darsteller . . Revuekabarett Blackout
. . Andreas Nickel Allein in Bayern existierten Anfang der 90er
Jahre ca. 200 solche Auftrittsmöglichkeiten (Rothlauf 1994, S.
118ff). In den Kleinkunststätten spielten Solisten und Duos
wie Lisa Fitz, die Missfits, Rosa K. Wirtz, Bruno Jonas, Thomas
Freitag, Pachl und Rating, Urban Priol, Helga Sie- bert, Gabi
Lodermeier und Jörg Maurer. Es gab Lesben-Kabaretts, Umwelt-
Kabaretts, Anti-Atomkraft-Kabaretts oder auch Gruppen wie das
Münchner Crüppel Cabaret, das deutsch-türkische
Knobi-Bonbon oder das aus einem Gewerkschafts- kabarett
hervorgegangene Revuekabarett Blackout, die sich mit spezifischen
gesell- schaftlichen Thematiken auseinandersetzten. Außerdem
existierten weiterhin "links- kritische", meist
semi-professionelle Kabarettgruppen, die ein Gesinnungs- bzw.
Oppositionspublikum anzogen. Die Kabarettisten bezogen sich als
"Gleiche unter Gleichen" auf die Interessenslagen ihrer
Zuschauer. Die Mitglieder des Vorläufigen Frankfurter
Fronttheaters schrieben beispielsweise 1985: "Wir haben die
Scene beobachtet und gesehen, wo sie ihren eigenen Maß-
stäben nicht entsprochen hat". Ihre Themen waren
folglich: "Müsli-Esser und
Beziehungsgruppen-Fetischisten, häkelnde Väter und
alleinerziehende Müt- ter, Berufs-Betroffene und
Irgendwie-alles-echt-Scheiße-findende Anti- Analytiker"
(Rothlauf 1994, S. 122ff). Die Sozialstruktur des Kabarettpublikums
blieb ähnlich wie in den 70er Jahren. Inaugural-Dissertation
zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen
Fakultät III (Geschichte, Gesellschaft und Geographie) der
Universität Regensburg vorgelegt von Kerstin Pschibl aus
Vohenstrauß April 1999